Das Real User Monitoring (RUM) ist ein passiver Ansatz des Website-Performance-Monitorings, bei dem Performance-Daten erfasst und berichtet werden, wie sie vom Website-Besucher erlebt werden.

Das Real User Monitoring (RUM) ist ein Service, der passiv Performance-Daten direkt über den Browser des Website-Besuchers erfasst, wenn dieser eine Website oder einen Webservice aufruft. Es generiert einen Bericht auf Grundlage der Benutzererfahrung, wenn Besucher eine Webseite aufrufen. Die Berichte informieren DevOps über die Performance einer Webseite basierend auf die Umgebungsvariablen des Website-Besuchers wie Standort, Gerät, Betriebssystem und Browser. Das Real User Monitoring ist insbesondere hilfreich, um früh Probleme zu erkennen, die nach Website-Änderungen oder Upgrades auftreten können. Erfasste Daten sind u. a.:

  • Ladezeiten für die Zeit bis zum ersten Byte und die Gesamtzeit.
  • Redirect, DNS und Verbindungsdauer
  • Backend-Dauer für Send und Receive
  • Frontend-Dauer für DOM und Rendering

Gründe für den Einsatz des Real User Monitorings

Die Tage von statischen HTML-Seiten waren bereits vor geraumer Zeit gezählt. Webseiten und Webservices haben sich in dynamische verteilte Systeme herausgebildet, die sich täglich ändern und weiterentwickeln. Änderungen, die an einem System vorgenommen werden, können sich auf alle oder nur bestimmte Nutzer auswirken, wodurch das Performance-Management hinsichtlich Diagnose und Aufrechterhaltung schwierig sein kann. Synthetic oder aktives Monitoring gibt grundlegende umsetzbare Performance-Informationen und Warnmeldungen zurück, aber das Real User Monitoring liefert die erforderlichen Daten, um sicherzustellen, dass jeder Besucher ein großartiges Nutzererlebnis hat.

Wenn sich eine Marke wachsender Beliebtheit erfreut, steigt auch die Anzahl von Standorten, Geräten, Browsern und Betriebssystemen der Besucher. Um sicherzustellen, dass alle Besucher den gleichen großartigen Service erhalten, erfordert es ein Monitoring-System, das die Qualität jeder einzelnen Nutzererfahrung bewerten kann. Das Real User Monitoring liefert die aggregierten Performance-Daten jedes Nutzers und sortiert diese Performance-Daten nach Standort, Gerät, Betriebssystem, Browser und Seitenaufruf, wodurch Trends leichter erkannt und eine Ursachenanalyse bzw. „first-cause analysis “ (Croll und Power, Complete Website Monitoring, S. 357) bereitgestellt werden.

Mit einer Ursachen- bzw. First-Cause-Analyse kann man genau sehen, wann ein Performance-Problem einsetzt, wie sich zu dem Zeitpunkt der Website-Traffic darstellte und welche Metrik eine Verminderung der Performance zeigt. Diese Informationen führen zur Ursache wie dem Netzwerk, der Datenbank oder geografischen Problemen, die nicht unbedingt in anderen Formen des Monitorings auftauchen.

Wie funktioniert das Real User Monitoring?

Das Real User Monitoring wird als passive Art des Monitorings erachtet, da der Service auf Seitenaufrufe warten muss, um Daten zu erfassen. Aktives Monitoring oder Synthetic Monitoring imitiert den Nutzer und initiiert die Webseiten-Interaktion gemäß einem Zeitplan. Für das Real User Monitoring gibt es unterschiedliche Methoden, darunter serverseitiges Erfassen (häufig mit Einsatz von Cookies), browserseitiges Erfassen (mit JavaScript oder Agents) oder ein Hybrid von serverseitigen und browserseitigen Methoden. Üblicherweise diktiert die Frage, was gemessen werden soll, die verwendete RUM-Lösung.

In dem Fall der Messung der Seitenladezeiten macht das Laden einer JavaScript-Datei im Browser des Besuchers den meisten Sinn, da der Browser die Anfrage auslöst. Der Vorgang des Erfassens und Präsentierens von Daten ist ein Prozess in fünf Schritten:

Laden: Die kleine Script-Datei (siehe Beispiel unten) im <head>-Bereich der überwachten Seiten lädt asynchron.

  <script>
       var _urconfig = { sid: "9acad2af-b1f5-4438-8de6-5047a02a7ecf", aip: 0, usePageProtocol: false };
       (function (d, s) {
            var js = d.createElement(s),
            sc = d.getElementsByTagName(s)[0];
        js.src = "https://hit.uptrendsdata.com/rum.min.js";
        js.async = "async";
        sc.parentNode.insertBefore(js, sc);
       }(document, "script"));
   </script>

Erfassen: Die Script-Datei erfasst Performance-Daten, während die Seite lädt.

Senden: Die Seite ist vollständig geladen und die Script-Datei sendet die Daten an die Server des Monitoring-Service über eine sichere Verbindung.

Verarbeitung: Die Server sammeln die Daten für die Verarbeitung. Innerhalb von Sekunden (zu Spitzenzeiten Minuten) werden die Performance-Daten, die Umgebungsinformationen des Website-Besuchers und andere Meta-Daten vom Server in einer Datenbank gespeichert.

Aggregation: Beim Abruf für das Reporting gibt der Server die Daten für einen bestimmten Zeitraum aus und sortiert die Ergebnisse nach aufgerufener Seite, Standort (Bundesland oder Land), Browser (Typ und Version), Betriebssystem (Typ und Version) und Gerätetyp.

Ist das Real User Monitoring lediglich ein weiteres Analyse-Tool?

Das Feld der Webanalysen deckt ein breites Spektrum an Tools zur Erfassung von Nutzerdaten ab. Das Real User Monitoring wird manchmal unter die Kategorie Analyse gefasst, weil es einige grundlegende Analysedaten liefert. Zugegebenermaßen ist die Unterscheidung zwischen Webanalyse und Real User Monitoring ein wenig verschwommen. Der Unterschied liegt in dem, was gemessen wird. Ein Analyse-Tool wie Google Analytics liefert detaillierte Informationen über Besucher und ihre Interaktion mit der Website, einschließlich demografischer Daten, Dauer, Konversionsraten und Klickpfade. Das Real User Monitoring bietet detaillierte Informationen über die Erfahrung der Besucher auf Performance-Grundlage während der Nutzung einer Website.

Einige Tools bieten eine Mischung aus Interaktion und Erfahrung, im Allgemeinen ist das jedoch keine gute Lösung. Viele umfassende Lösung bieten Bruchstücke von Daten, aber liefern keine Echtzeit-Ergebnisse und bieten keinen ganzheitlichen Überblick über die Erfahrungsdaten. Sie zwingen den Nutzer, Metriken jeweils einzeln zu betrachten. Ein speziell eingesetztes RUM-Tool stellt detaillierte Performance-Ergebnisse auf Grundlage jeder Besuchererfahrung in möglichst kürzester Zeit bereit, sobald die Server die Daten im Rahmen von Dashboards und Berichten umfassend verarbeiten können.

Gründe für den Einsatz des Real User Monitorings zusammen mit dem Synthetic Monitoring

Die meisten Unternehmen nutzen das Real User Monitoring zusammen mit dem Synthetic Monitoring. Das Synthetic Monitoring stellt einen aktiven Ansatz des Monitorings dar, indem ein Netzwerk von Servern eingesetzt wird, die wie echte Nutzer fungieren, wenn eine Website in regelmäßigen Intervallen geprüft wird. Das Synthetic Monitoring kann Performance-Daten auf Basis einzelner Elemente sammeln, die Funktionalitäten wie Anmelde- und Bestellformulare testen und Warnmeldungen ausgeben, wenn die Website nicht verfügbar ist sowie Fehler oder ein Performance-Rückgang auftreten. Die Änderung von Nutzer-Agents, Bandbreiten-Drosselung und Testen von Happy Paths von einem modernen Computer stellt jedoch lediglich eine Simulation der Nutzererfahrung dar. Die tatsächlichen Website-Besucher verwenden eine Vielzahl von Geräten, Browsern, Bandbreiten und Standorten, wenn sie eine Seite aufrufen. Obwohl das Synthetic Monitoring einen typischen Nutzer darstellen kann, ist es nicht praktisch, die Performance-Daten für jede Nutzer-Umgebung zu erfassen. Zudem können synthetische Tests zu einem guten Ergebnis führen, während eine Untergruppe oder alle Nutzer Probleme haben, die vom Synthetic Monitoring nicht erkannt werden.

Das Real User Monitoring erfasst die tatsächlichen Werte, wie sie von den Website-Besuchern erlebt werden. Wenn das Real User Monitoring auf ein Problem hinweist, kann das Synthetic Monitoring diese Nutzer widerspiegeln und die Ursache aufdecken. Das Real User Monitoring kann für einen Ausfall keine Warnmeldung ausgeben, weil es während eines Ausfalls einfach nicht funktioniert. Da das Synthetic Monitoring hingegen die Verbindung initiiert, kann es eine Warnmeldung senden, wenn die Website nicht verfügbar ist. Das Real User Monitoring und das Synthetic Monitoring ergänzen einander und kompensieren die Schwächen des jeweils anderen.

Fazit

Nutzer direkt nach detaillierten Informationen zu ihren Erfahrungen zu befragen, bietet eine großartige Möglichkeit, Einblick zu bekommen. Für die meisten Unternehmen ist es aber schwierig, eine gute Stichprobe zu erhalten. Das Real User Monitoring berichtet über die Qualität der Nutzererfahrung für jeden Website-Besucher, ohne dass ärgerliche Pop-up-Fenster erscheinen oder die Performance beeinträchtigt wird. Vor dem Hintergrund sich fortlaufend ändernder Technologie- und Gerätelandschaften stellt die Gewährleistung einer Nutzererfahrung hoher Qualität eine größere Herausforderung dar. Das Real User Monitoring eliminiert die Annahmen, die beim Synthetic Monitoring getroffen werden, und liefert umgehend verwertbare und leicht zu analysierende echte Performance-Daten.