Synthetic Monitoring ist ein aktiver Ansatz zur Überprüfung einer Website oder eines Webservice auf Verfügbarkeit, Performance und Funktionsfähigkeit durch Simulieren einer Besucheranfrage.

Das Synthetic Monitoring ist ein generischer Begriff, der für unterschiedliche Arten des Website und Server Monitorings verwendet wird. Prüfobjekte des Synthetic Monitoring funktionieren wie Bots, die sich mit Websites, Webservices, APIs und Server verbinden, um die Verfügbarkeit, Funktionsfähigkeit und Performance anhand eines Netzwerks von Checkpoints außerhalb der Server der Website und von unterschiedlichen Teilen des Netzwerks oder Orten zu prüfen.

Synthetic Monitoring wird als „aktiver Ansatz“ des Testens erachtet und führt den Test gemäß einem Zeitplan durch, im Gegensatz zu passiven Monitoring-Lösungen (wie dem Real User Monitoring), bei denen eine Nutzeraktion erforderlich ist, um den Test auszulösen. Beim passiven Monitoring kann ein Problem während Zeiten geringeren Website-Traffics länger unbemerkt bleiben. Aufgrund des aktiven Ansatzes des Synthetic Monitorings zum Testen einer Website oder eines Service erachten die meisten es als vorderste Abwehr gegen Ausfälle und langsame Ladezeiten.

Arten des Synthetic Monitorings

Obwohl die Liste der Prüfobjekttypen lang ist, fallen die meisten der Prüfobjekte in eine von drei Kategorien: Verfügbarkeits-, Performance- oder Transaktions-Monitoring. Die erweiterten Prüfobjekte wie etwa die Web-Application-Prüfobjekte und Full Page Checks gehören in zwei oder alle drei Kategorien.

Verfügbarkeits-Monitoring

Verfügbarkeits-Monitoring (auch Uptime Monitoring) ist die Grundform des Monitorings und bedeutet im Kern, dass die Website oder der Service aufrufbar ist. Einige Definitionen erweitern die Bedeutung dahingehend, dass die Website oder der Service auch richtig funktionieren (Erweitertes Verfügbarkeits-Monitoring). In seiner einfachsten Form sendet ein Verfügbarkeits-Prüfobjekt ein „Get“ oder ein Ping und prüft die Antwort auf erfolgreichen Code. Erweiterte Verfügbarkeits-Prüfobjekte prüfen auf bestimmte Inhalte, Antwortzeiten und versuchen, einen Nutzer zu authentifizieren, einen API-Aufruf durchzuführen oder die DNS- oder SSL-Zertifikatseinträge zu verifizieren.

Web Performance Monitoring

Das Web Performance Monitoring führt das Verfügbarkeits-Monitoring einen Schritt weiter und kann die Seitenladezeit testen, die Performance nach einzelnen Elementen zeigen und Antwortzeiten von Frontend und Backend melden. Häufig verwendet das Web Performance Monitoring einen nativen Browser, um den zurückgegebenen Inhalt beim Real Browser Monitoring und bei Full Page Checks zu laden. Das Laden des zurückgegebenen Inhalts in einem tatsächlichen Browser-Fenster kann Fehler erfassen, die bei der ersten Antwort nicht auftauchen. Probleme, die durch das Web Performance Monitoring entdeckt werden, sind unter anderem Inhaltsabweichungen, Fehler und langsame Antwortzeiten durch Inhalte von externen Anbietern sowie langsam antwortende CDNs und Datenbanken. Das Web Performance Monitoring beinhaltet auch das Monitoring anhand mehrerer Browsertypen und das Mobile Monitoring.

Transaktions-Monitoring

Das Transaktions-Monitoring oder Web Application Monitoring führt das Synthetic Monitoring noch einen Schritt weiter. Der Checkpoint-Computer führt ein Script aus, dass sich bei einem Dienst anmelden, Formulare ausfüllen, Produkte kaufen und auf Systemaufforderungen reagieren kann. Das Transaktions-Monitoring testet die „Happy Paths“, um sicherzustellen, dass Besucher Transaktionen abschließen können.


Wie funktioniert das Synthetic Monitoring?

Wie zuvor beschrieben kommen beim Synthetic Monitoring andere Computer und Checkpoints zum Einsatz, die regelmäßig versuchen, mit einer Web- oder Netzwerkeinheit (innerhalb oder außerhalb der Firewall) zu interagieren. Der Vorgang erfordert vier oder fünf Schritte, abhängig davon, ob während des Tests ein Fehler aufgetreten ist.

  1. Das Monitoring-System wählt einen Checkpoint für das Testen und sendet die Anweisungen an den Checkpoint.
  2. Der Checkpoint initiiert den Kontakt, prüft die Antwort und setzt den Vorgang auf Grundlage der Art des vom Prüfobjekt erforderlichen Tests fort.
  3. Der Checkpoint berichtet die Ergebnisse an das Monitoring-System.
  4. Das System zeichnet die Informationen für das Reporting auf. Wenn der Test einen Fehler zurückgegeben hat, fordert der Service sofort eine neue Prüfung von einem anderen Checkpoint. Wenn dieser Checkpoint ebenfalls einen Fehler meldet, wird der Fehler vom System als bestätigt erklärt.
  5. Das System sendet eine Warnmeldung für den bestätigten Fehler gemäß den Eskalationseinstellungen und Dienstplänen.

Je nach Art des Tests kann dieser Vorgang so häufig wie jede Minute oder so wenig wie einmal pro Stunde durchgeführt werden. Die meisten Unternehmen prüfen die Verfügbarkeit jede Minute, die Performance alle fünf Minuten und Transaktionen alle 15 Minuten.

Geografische Verteilung der Checkpoints

Das Synthetic Monitoring soll die Erfahrung des Endnutzers simulieren. Daher ist das Testen vom gleichen geografischen Standort wie der des Endnutzers wesentlich für ein erfolgreiches Monitoring. Weil Fehler eventuell nur einige Nutzer betreffen, heißt dies: Je granularer das Testen, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Monitoring-System einen regional relevanten Fehler erfasst. Die Größe und Verteilung des Checkpoint-Netzwerks wird mit einer globalen Besucherzielgruppe immer wichtiger.

Gründe für das Synthetic Monitoring

Jedes Unternehmen und jede Marke, die Inhalte oder Services über ein Netzwerk oder das Internet anbietet, benötigt ein Synthetic Monitoring, um die Produktivität, die Einnahmen und den guten Ruf zu schützen. Wenn Verfügbarkeit und Performance erfolgsentscheidend sind, kann eine Marke nicht darauf warten, dass die Endnutzer sie von einem Problem unterrichten. Wenn die Endnutzer anfangen, sich zu beschweren, ist es zu spät. Die Marke wird aufgrund des Problems geschädigt. Bis das Problem behoben ist, werden der gute Ruf und die Einnahmen der Marke bzw. des Unternehmens leiden.

Schnellere Problemlösung

Inhalte und unterstützende Technologien ändern sich fortlaufend. Aber die kleinste Änderung an einer Website oder Infrastruktur kann eine Marke enorm beeinträchtigen, wenn nicht alles nach Plan verläuft. Schlechte Performance und Ausfälle werden bei Einsatz des Synthetic Monitorings schnell erkannt. Sofortiger Zugriff auf detaillierte Berichte über einen Fehler (zum Teil mit Screenshots) erlauben Teams, schnell zu reagieren. Häufig finden die IT-Teams die Ursache und korrigieren das Problem, bevor der Endnutzer davon Kenntnis erhält.

Alarme

Alarme sollten weitergeleitet werden, bevor ein Endnutzer einem Problem bei einer Website oder einem Service ausgesetzt ist. Obwohl einige passive Ansätze des Monitorings Warnmeldungen beinhalten, funktioniert der aktive Ansatz des Synthetic Monitorings gut, um ein IT- oder Support-Team frühzeitig auf Probleme hinzuweisen. Das Synthetic Monitoring kann viele Einzelheiten prüfen und Situationen erkennen, bevor sie zu einem Problem werden, wie etwa eine verminderte Performance bei einem Datenbankserver.

Tracking von externen Inhalten

Inhalte von Dritten gibt es in vielen unterschiedlichen Formen, z. B. als Werbung, Zahlungssystem, CDN oder als Analyselösung. Die Performance bei diesen externen Anbietern wirkt sich auf die Performance der Host-Website aus. Der Einsatz eines unabhängigen Monitoring-Service ermöglicht einem Unternehmen, externe Anbieter für die Verfügbarkeit und Performance ihrer Produkte zur Verantwortung zu ziehen.

SLAs und das Synthetic Monitorings

Neben Performance und Funktion nutzen Unternehmen das Synthetic Monitoring, um die Erfüllung von SLAs (Service Level Agreements) zu bestätigen. Detaillierte Berichte ermöglichen Unternehmen die exakten Verfügbarkeitsraten für jeden beliebigen Zeitraum zu zeigen. Einige Unternehmen verwenden die Berichte, um ihren Kunden einen Nachweis zu liefern, dass die Verpflichtungen des SLA erfüllt wurden. Andere Unternehmen nutzen die Berichte, um die Verfügbarkeit von für sie wichtigen Websites und Services zu überwachen.

Fazit

Mit dem Synthetic Monitoring kann ein Unternehmen aktiv Web- und Netzwerk-Assets überwachen und Warnmeldungen erhalten, wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert. Aufgrund der vom Synthetic Monitoring bereitgestellten Flexibilität sollte ein Unternehmen das Synthetic Monitoring als erste Abwehr zum Schutz der Verfügbarkeit, Performance und Funktionsfähigkeit erachten.

Mit dem Synthetic Monitoring kann ein Unternehmen aktiv Web- und Netzwerk-Assets überwachen und Warnmeldungen erhalten, wenn etwas nicht wie erwartet funktioniert. Aufgrund der vom Synthetic Monitoring bereitgestellten Flexibilität sollte ein Unternehmen das Synthetic Monitoring als erste Abwehr zum Schutz der Verfügbarkeit, Performance und Funktionsfähigkeit erachten.