Das Web Performance Monitoring ist das Messen der Fähigkeit einer Website oder eines Webservice, effizient auf die Interaktionen des Endnutzers zu reagieren. Daten, die vom Monitoring erfasst wurden, helfen dabei, die Geschwindigkeit eines Service zu steigern und letztendlich die Nutzerzufriedenheit zu verbessern. Das wiederum führt zu höherer Nutzerbindung und verringert Abbruchraten und Aufgeben von Einkaufsprozessen. 

Wozu ein Web Performance Monitoring nutzen

Untersuchungen zeigen, dass eine Website nur drei Sekunden hat, bevor es 40 Prozent seiner Besucher verliert (Quelle), und Forschungen durch Google ergaben, dass eine Verzögerung von einer halben Sekunde ausreichte, um Nutzer zu verärgern und 20 Prozent von Google-Nutzern abwanderten. Um den Ruf einer Marke und die Einnahmen zu schützen, führen Unternehmen ein reguläres Web Performance Monitoring für ihre Web-Assets durch. So wird ein teurer Verlust von Website-Besuchern verhindert.

Was verursacht eine schlechte Web Performance?

Es gibt viele Dinge, die verursachen können, dass eine Website oder ein Webservice schlecht funktionieren. Dateianzahl, Dateigrößen, Systemarchitektur und Nutzervariablen wie Standort, Gerät, Browsertyp, Betriebssystem und Verbindungsgeschwindigkeit wirken alle zusammen und erzeugen entweder ein großartiges oder ein schlechtes Endnutzererlebnis. Mit dynamisch generierten Inhalten können Performance-Probleme jeder Zeit aufgrund Website-Änderungen oder Ausfällen bzw. unzulänglicher Hardware auftreten. Externe Inhalte spielen häufig eine Rolle bei schlechter Performance, aber das Identifizieren eines langsamen Inhalts Dritter kann sich als schwierig erweisen, wenn man kein Synthetic Web Performance Monitoring nutzt.

Wie funktioniert das Web Performance Monitoring?

Abhängig von der Art des angebotenen Service kann ein Unternehmen zwischen unterschiedlichen Arten des Web Performance Monitoring wählen. Unterschiedliche Lösungen bieten unterschiedliche Grade der Berichtsgranularität, je nach aktivem (Synthetic Monitoring) und passivem (Real User Monitoring) Ansatz.

Synthetic Performance Monitoring

Für einen „aktiven“ Ansatz des Performance Monitoring verwenden Unternehmen das „Synthetic“ Performance Monitoring. Synthetic Monitoring nutzt eine Computer-Anwendung, die die Performance-Checks regelmäßig durchführt. Da das Testen keine Interaktion seitens der Nutzer erfordert, erachtet die Monitoring-Branche das Synthetic Monitoring als „aktive“ Form des Monitorings. Etwa jede Minute sendet ein Checkpoint eine Anfrage an die Website oder an den Webservice, misst die Antwortzeiten und erzeugt Berichte und Warnmeldungen auf Basis der Website-Performance während des Tests. Ein Unternehmen kann sich für eine grundlegende oder eine erweiterte Performance Monitoring-Lösung entscheiden, je nachdem, was überwacht werden soll.

Basic Web Performance Monitoring

Für als Broschüre fungierende Websites und andere weniger wichtige Seiten entscheiden Unternehmen sich eventuell für die einfachste Form des Performance Monitorings. Das Basic Website Monitoring (auch HTTP- und HTTPS-Prüfobjekte oder Verfügbarkeits-Monitoring genannt) nutzt Checkpoints, die eine Anfrage für die Seite senden und die Zeit aufzeichnen, die der Download der Seite benötigt. Ein Basic-Prüfobjekt verarbeitet nicht die abgerufenen Inhalte, sodass keine nachfolgenden Anfragen erfolgen. Einfache Web-Prüfobjekte laden zum Beispiel keine Bilder. Probleme mit Ladezeiten aufgrund der Größe einer Bilddatei werden also nicht verzeichnet. Dieser sehr grundlegende Performance-Indikator kann einige Probleme mit dem Backend erfassen, die Verfügbarkeit verfolgen (hervorragend für das Monitoring von SLAs) und Performance-Trends identifizieren helfen, aber nicht wirklich mehr im Hinblick auf Performance erreichen.

Web Performance Monitoring mittlerer Level

Das Performance Monitoring mittleren Levels verringert die Unsicherheit des Basic Monitorings durch Verwenden eines echten Browsers wie Chrome, um eine Anfrage zu senden, Skripte auszuführen, zusätzliche Inhalte anzufragen und herunterzuladen sowie die Seite zu laden. Der zurückgegebene Inhalt lädt in den Browser genauso, wie dies auch bei einem tatsächlichen Nutzer der Fall wäre. Diese Stufe des Performance Monitorings liefert ein genaueres Bild über die Website-Antwort- und Ladezeiten, aber zeigt nicht die Performance-Ergebnisse auf Elementbasis wie das erweiterte Web Performance Monitoring. Da das Real Browser Monitoring den Seiteninhalt lädt, wenn die Seite einen Fehler aufweist, erzeugt das Prüfobjekt einen Screenshot der jeweiligen Seite, sofern es möglich ist.

Erweitertes Web Performance Monitoring

Das erweiterte Web Performance Monitoring stellt die ausführlichsten Performance-Daten bereit, die mit einem Synthetic Monitoring verfügbar sind. Die Anfrage wird wie beim Monitoring mittlerer Stufe von einem echten Browser ausgeführt und misst die Auflösung, TCP-Verbindung, HTTPS-Handshake sowie die Sende-, Warte- und Empfangszeiten für jedes Element der Seite. Die Anzeige der Daten in einem Wasserfalldiagramm ist ein visueller Bericht des Seitenladefortschritts. Beim erweiterten Web Performance Monitoring können bei einer Website oder einem Webservice Engpässe, fehlende Inhalte, langsamer Inhalt von Dritten und Infrastrukturprobleme entdeckt sowie Fehler-Screenshots erzeugt werden.

Die Bedeutung eines großen Checkpoint-Netzwerks beim Synthetic Web Performance Monitoring

Latenz aufgrund des Standorts des Endnutzers ist ein ernsthaftes Problem für viele Websites und Services. Damit eine synthetische Lösung als wirklicher Indikator für das Nutzererlebnis dienen kann, muss der Test von einem Standort nahe des Aufenthaltsorts tatsächlicher Nutzer erfolgen. Der Einsatz eines Service mit einem großen Netzwerk an Checkpoints ermöglicht einem Unternehmen zu bestimmen, von wo die Prüfungen durchgeführt werden sollen. Dadurch erhält man Daten, die der Erfahrung der tatsächlichen Nutzer einer Website eher entsprechen und wodurch bestimmte Standortprobleme identifiziert werden können.

Real User Monitoring und Performance

Das Real User Monitoring (RUM) ist ein passiver Ansatz des Performance Monitorings. Die Monitoring-Branche erachtet das Real User Monitoring als „passiv“, da das Monitoring nur durchgeführt wird, wenn ein Nutzer eine Seite aufruft, die ein RUM-Skript ausführt. Das RUM-Skript sammelt detaillierte Informationen über die Umgebung des Nutzers und berichtet über die Performance, wie der tatsächliche Nutzer sie erlebt. Das Real User Monitoring berichtet über:

  • Ladezeiten
    • Ladezeit des ersten Bytes (First Byte)
    • Ladezeit der vollständigen Seite (Page Ready)
  • Netzwerkzeiten
    • Weiterleitungsdauer
    • DNS-Zeit
    • Verbindungsdauer
  • Backend-Dauer 
    • Sendedauer
    • Empfangsdauer
  • Frontend-Dauer
    • DOM-Zeit
    • Rendering-Dauer
  • Ladezeit 

Die Filtermöglichkeiten der Performance-Daten beinhalten angezeigte Seiten, Nutzerstandort, Browsertyp, Betriebssystem und Gerätetyp. Das Real User Monitoring liefert detaillierte Einblicke in die Performance einer Website, wenn die Website verfügbar ist. Durch die passive Art ist es jedoch ein unzuverlässiges Tool für Verfügbarkeitsberichte und andere Anforderungen für Warnungen. Das Synthetic Monitoring eignet sich besser, ein Unternehmen über Verfügbarkeits- und Performance-Probleme zu unterrichten, während das Real User Monitoring Einblicke darüber vermittelt, wie die synthetischen Optionen strukturiert werden sollten. Es zeigt die Erfahrungen der tatsächlichen Nutzer der Website.

Fazit

Nach dem Verfügbarkeits-Monitoring ist das Performance Monitoring möglicherweise das wichtigste Monitoring, das ein Unternehmen durchführen kann. Synthetic Performance Monitoring und Real User Monitoring bieten ein aktives und passives Monitoring, mit denen eine Marke die Performance überwachen kann, wobei sie genau sehen, wie Endnutzer die Website erleben. Der duale Ansatz schützt ihren Ruf und die Einnahmen.